• Viola

Das ist nicht verrückt, das ist Abenteuer.

Über Spontanität, die Wirkung von Flughäfen und den Blick auf unsere Welt aus einem kleinen runden Fenster.


26/02/18

Mit einem leisen Klappern rollt mein Koffer über den Boden der Abflughalle des Hamburger Flughafens. Bei einem Blick aus den hohen Fenstern sehe ich Regen auf die Menschen prasseln, die aus ihren Taxen steigen und in die Abflughalle hasten. Eine graue, kalte Aussicht, die ich satt habe. Es ist fünf Uhr nachmittags und ich passiere Schalter um Schalter, bevor ich am Richtigen ankomme (natürlich genau am anderen Ende der Halle). Es ist mein erster Flug mit Turkish Airlines (was sich letztendlich als sehr gute Entscheidung herausstellen wird). Nach der Abgabe meines Gepäcks und der Odyssee durch den Security-Check, finde ich mich in einem der Flughafen-Cafés kurz vor den Gates wieder. Während ich so mit meinem Latte Macchiato und meinem Laptop dasitze, kommt mir der Gedanke, was für ein schöner Ort Flughäfen doch sind. So viele unterschiedliche Menschen, die auf dem Weg zu Orten auf der ganzen Welt sind; zum Arbeiten, zum Besuchen ihrer Liebsten oder zum Entdecken. Aber an einem Ort wie diesem sind alle gleich und irgendwie kommen alle zusammen. Es fühlt sich fast schon ein bisschen episch an. Während ich mich in meinem Sessel zurücklehene, lasse ich meinen Blick über die Rollflächen schweifen. Ich kann es garnicht abwarten, gleich auch den deutschen Boden zu verlassen und in der grauen Wolkendecke zu verschwinden.


Nach einem pünktlichen Boarding und einer kurzen Startverzögerung aufgrund eines kleinen Schneegestöbers, lasse ich mich in meinen Sitz sinken und setze meine Kopfhörer auf. Schnell werde ich müde. Da ich keinen Fensterplatz habe, lehne ich meinen Kopf auf mein Nackenhörnchen und schließe die Augen. Die Flugdauer von Hamburg nach Istanbul beträgt rund vier Stunden. Aufgrund unseres verspäteten Abflugs muss der Wechsel der Gates am Istanbul Atatürk Airport schneller gehen als eingeplant, also renne ich mit Pass in der rechten und Handy in der linken Hand über die blanken Fliesen, immer mit dem Blick nach oben, wo mir Pfeile und Zahlen den Weg weisen. Ich bin beeindruckt von so vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Ländern der Welt, die mir auf meinem Weg zum Gate auffallen. Ein bisschen erinnert es mich an den Flughafen in Dubai, auch dort hatte ich im letzten Jahr ein ähnliches Gefühl. Es ist riesig, es ist laut, tausende von Sprachen tönen an meine Ohren. Und obwohl es Nacht ist, ist es in den Hallen des Flughafens heller Tag. Orte wie diese schlafen wirklich nicht. Als ich rechtzeitig einige Minuten vor Boarding an meinem neuen Gate ankomme und zwischen den wartenden Reisenden zur Ruhe komme, wird mir bewusst, wo ich bin und was ich tue. Tatsächlich habe ich mich lediglich vor drei Tagen dazu entschieden, nach Ägypten zu fliegen und in dem Moment wird es erst ein bisschen real. Die letzten Tage waren voll mit Vorbereitungen, Vorfreude und Organisation, da war keine Zeit großartig wahrzunehmen, was passiert. Für einen kurzen Moment, denke ich wie verrückt das doch ist, aber schnell weiß ich, es ist nicht verrückt. Es ist genau die Art von Abenteuer, die ich brauche!


Auch der zweite Flug verläuft ruhig. Dieses Mal habe ich einen Fensterplatz, also lehne ich meinen Kopf gegen die Flugzeugwand und schaue aus dem runden Fenster. Über und unter mir sind Sterne und ich atme tief ein. Das ist besser als jede Therapie. Der Blick aus einem Flugzeugfenster ist unvergleichlich. Für einen Moment sind alle Ängste, alle negativen Gedanken oder Schmerz vergessen und die Welt irgendwie ganz weit weg. Ein warmes Gefühl fließt durch meinen Körper. Vielleicht ist das für mich einer der schönsten Parts am Reisen. Es ist befreiend, nahezu lindernd. Und auf einmal ist alles andere unwichtig. Es ist richtig. Wie könnte es nicht? Entspannt schließe ich meine Augen. Nur knapp zwei weitere Stunden später weckt mich die Durchsage des Piloten. Bei einem Blick aus dem Fenster kann ich anhand der Lichter eine schmale Linie zwischen Festland und Ozean ausmachen. Aufregung steigt in mir auf. Es ist mein erstes Mal in Ägypten, auch mein erstes Mal auf dem afrikanischen Kontinent und ich freue mich nach Monaten auf ein Wiedersehen mit meiner Freundin.


27/02/18

Wir landen in Hurghada gegen zwei Uhr nachts. Nach einem erneuten Security-Check, einer kurzen Wartezeit am Gepäckband und dem Kauf eines Visums bei einem sehr netten deutschen Alltours-Mitarbeiter (ja, ich war auch kurz perplex...), verlasse ich den Flughafen durch zwei große Glastüren. Eine angenehme Wärme trifft auf meine Haut. Ein Segen nach der kalten, viel zu heftig klimatisierten Flugzeug-Luft. Es ist mitten in der Nacht, aber trotzdem sind es bestimmt über zwanzig Grad und es weht ein angenehmer Wind. Ich hole tief Luft, da bin ich also. Nach dem Abwimmeln einiger sehr ambitionierter Ägypter, die mir eine Taxifahrt anbieten, erkenne ich meinen Namen auf einem kleinen Schild in den Händen eines freundlich lächelnden Einheimischen. Erleichtert darüber, dass ich endlich mein Gepäck abgeben kann lasse ich mich erschöpft auf den Rücksitz des Taxis fallen. Lediglich fünfundvierzig Minuten Autofahrt trennen mich vom Hotel. Ich möchte alles sehen, die Umgebung aufsaugen, aber es ist dunkel und meine Augen sind schwer. Trotz sehr rasanter Fahrt (die Schilder am Straßenrand zeigen Zahlen zwischen 60 und 80 km/h, mein Fahrer liegt im Durchschnitt bei 130 km/h), fallen mir die Augen zu.


PS.: Zu meinem Flug mit Turkish Airlines kann ich durchweg positives Feedback geben. Ich habe mich pudelwohl gefühlt, der Service war klasse, die Beinfreiheit in Ordnung und das Essen super! ich habe noch nie so gut in einem Flugzeug gegessen, der Nachtisch war der Wahnsinn.;) Ich hatte zwei tolle Flüge und würde immer wieder mit Turkish Airlines fliegen.

Schaut euch also gerne die Destinationen an:

https://www.turkishairlines.com *


Anbei verlinke ich euch noch ein paar meiner liebsten Flight-Essentials, ohne die ich kein Flugzeug mehr betrete.

  • Mein aufblasbares Nackenhörnchen (super platzsparend und gemütlich!): https://www.amazon.de/Cocoon-Nackenkissen-U-Shaped-Neck-Pillow/dp/B078G7DY1F/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1550439262&sr=8-8&keywords=cocoon&th=1 *

  • Ein Etui für Reisedokumente, Geld und Pass (ist super praktisch, weil man immer alles an einem Ort und greifbar hat):https://www.amazon.de/TROIKA-SAFE-FLIGHT-Ausleseschutzfolie-TROIKA-Original/dp/B01MYUL0DG/ref=sr_1_5_sspa?ie=UTF8&qid=1550439363&sr=8-5-spons&keywords=flugmappe&psc=1 *

  • Meine Thermo-Flasche (liebe ich sowieso, weil sie super isoliert und fülle ich dann immer nach der Sicherheitskontrolle auf: https://www.chillysbottles.com/product/Bottle/750ml/12680625651782/ *

* unbezahlte Werbung

Ich bekomme hierfür keine Provisionen oder Ähnliches, es handelt sich lediglich um meine persönliche Rezension.

36 Ansichten

© 2020 I Alle Rechte vorbehalten - Viola@blueplanet