• Viola

Sightseeing auf Thai-Art.

Aktualisiert: 27. Okt 2019

Über beeindruckende Tempel, die erste Fahrt im Tuktuk und die Freundlichkeit der Thailänder.


27/02/2019

Ich schlage die Augen auf. Ein Vogel mit einem Gesang, der stark der Sirene eines Krankenwagens ähnelt, weckt mich an meinem ersten Tag in der thailändischen Metropole. In unseren Tag in Bangkok starten wir ausgeschlafen gegen 10 Uhr mit einem selbst gemachten Frühstück und Blick auf die morgendliche Skyline. Am Abend zuvor haben wir dafür bereits Eier, Croissants, Toast und Obst gekauft. Nach unserer Stärkung planen wir den Tag und entscheiden uns für einen Tempel, der nicht allzu weit von unserem Apartment entfernt ist. Nach ein paar Schwierigkeiten, den Fahrern unten an der Straße zu verklickern wo wir hin möchten, ergattern wir unser erstes Tuk Tuk und quetschen uns auf die kleine Leder-Sitzfläche hinter dem Fahrer. Das winzige Gefährt fädelt sich in den abenteuerlichen Verkehr ein und ich halte mich an dem kleinen Griff am Dach fest aus Angst seitlich direkt zwischen Mofas und Taxen auf dem Asphalt zu landen. Man ist der Straße und den anderen Verkehrsteilnehmern im offenen Tuk Tuk doch sehr viel näher als im Taxi. Nach einer Weile gewöhnt man sich aber an das Geschaukel und es macht total Spaß. Unser Fahrer lässt uns am Siam Square raus. Von hier machen wir uns auf die Suche nach unserer zuvor recherchierten Tempel-Anlage. Auf dem Weg merken wir, dass wir in einer sehr zentralen und gut besuchten Ecke mit einem riesigen Einkaufszentrum, Märkten und Restaurants gelandet sind. Man findet hier auch High End-Boutiquen und gängige Marken, die wir auch von Zuhause kennen. Vor dem Eingang des erreichten Tempels werden wir von einem sehr netten Thailänder angehalten, der uns zu unserer Enttäuschung erklärt, dass heute ein Feiertag sei und eben dieser Tempel deshalb heute geschlossen sei. Bevor wir uns aber großartig ärgern können, schlägt er uns direkt eine Alternative vor und fängt an, unseren Tag zu planen indem er auf meinem kleinen Stadtplan Routen und Notizen einzeichnet und uns seine Tipps und Tricks mit auf den Weg gibt. Mit einem kurzen Einverständnis von uns hält er ein Tuktuk an und fängt an, dem Fahrer unseren (bzw. seinen) Plan zu verklickern. Er holt mich dazu und besteht dann beim Fahrer mit mir als Zeugen auf einen Preis von 80 Baht (etwas mehr als 2 Euro) für die Fahrt zum Chao Phraya River. Ein bisschen überfordert von soviel Engagement und Freundlichkeit bedanken wir uns und setzen uns ins zweite Tuk Tuk für diesen Tag.

Nach ein paar Minuten biegt unser Fahrer in eine kleine Seitenstraße und kurze Zeit später merken wir verwundert, dass es eine Sackgasse ist. Wir halten und der Fahrer führt uns durch einen schmalen Gang direkt an den Anleger eines kleinen Hauses. Während wir immer noch ein bisschen überfordert dastehen und abwarten, was nun passiert, erklärt der Taxifahrer den anderen Einheimischen am Steg eben jenen Plan der ihm schon vor wenigen Minuten dargelegt wurde. Auch er besteht genau auf den Preis, den er gesagt bekommen hat und so zahlen wir für unsere Fahrt mit dem Boot für drei Personen knapp 3000 Baht. Lächelnd führt uns einer der Thailänder runter zum Steg, deutet zwischenzeitlich auf eine kleine Echse, die es sich auf den Pfosten des Hauses bequem gemacht hat, und hilft uns dann beim Einsteigen in das bunte Longtail-Boot. Schon am Anleger sind wir begeistert von dem Blick auf die Stadt vom Wasser aus. Nach kurzer Zeit steigt ein Pärchen mit ein und wir fahren los. Nach einer Weile auf dem Chao Phraya River biegen wir in einen Seitenkanal ein und schlängeln uns dann über eine Stunde durch die Khlongs (Wasserstraßen), vorbei an Wohnhäusern (alle auf Pfählen im Wasser), Dschungel und schwimmenden Märkten. Es ist Wahnsinn, wie instabil und marode die Häuser sind und super spannend zu sehen, wie die Thais leben. Wir passieren außerdem etliche Tempelanlagen (auf Thai: Wats) und staunen über die prunkvollen Verzierungen und die Farben. Nach dem verlassen der Kanäle geht es wieder auf den Fluss und dann an den Anleger des Wat Arun. Ich kenne das beeindruckende Bauwerk schon von Fotos und Reiseberichten, aber es ist noch imposanter und hübscher! Die hohen Türme sind verziert mit bunten handgemalten Blüten, Mustern und Farben. Unser Fahrer macht uns klar, dass er uns in 20 Minuten mit dem Boot wieder einsammelt und so spazieren wir einmal um die Anlage, machen Fotos und genießen den Blick auf die Türme. Pünktlich wie ein Uhrwerk werden wir kurze Zeit später am Steg wieder eingesammelt und auf die andere Seite des Flusses gebracht.

Nach dem Anlegen machen wir uns auf den Weg zum Wat Pho, der wohl größten und bekanntesten Tempelanlage beim Königspalast. Der Eintritt auf das Gelände kostet umgerechnet ungefähr 5 Euro und beinhaltet außerdem noch eine Flasche stilles Wasser. Wir sind mit langen Hosen und Tüchern bewaffnet (Schultern und Knie müssen bedeckt sein) und betreten als Erstes ein großes Gebäude mit spitzen goldfarbenen Verzierungen. Vor der Halle stehen Behälter mit Plastiktüten, in die man vorm Betreten seine Schuhe packt. Im Tempel entdecken wir links den großen vergoldeten liegenden Buddha, eines der touristischen Highlights in Bangkok. Er ist schon wahnsinnig imposant (46m lang, 15m hoch), besonders gefallen mir aber die Perlmutt-Verzierungen auf seinen Fußsohlen. Danach besichtigen wir weiter die Anlage und sind begeistert von den zahlreichen kleinen pyramidenförmigen Mosaik-Türmchen (Chedi Rai), von denen sich insgesamt ganze 71 Stück auf dem Gelände befinden. Alles glitzert und viele der Bögen und Tempel sind mit Spiegel-Mosaik versehen, sodass überall das Sonnenlicht refelektiert wird. Nach der Umrundung des gesamten Komplexes, diverser Bilder und der ständigen Suche nach Schatten verlassen wir Wat Pho und kommen wieder auf die Straße. Wenig später sitzen wir wieder im Tuk Tuk auf dem Weg zur Metro Station Hua Lamphong. Das U-Bahn Netz in Bangkok ist nur sehr spärlich ausgeprägt, tatsächlich gibt es lediglich eine Linie (Blue Line). Zusammen mit dem Airport Rail Link und dem Skytrain (BTS) decken diese öffentlichen Verkehrsmittel nur einen kleinen Bruchteil der Stadt ab, ohne Tuktuk, Busse oder Taxen kommt man also nur mühsam vorran, wenn man nicht gerade direkt an einer Haltestelle wohnt. Angeblich soll das Netz von Metro und Co. in den nächsten Jahren erweitert und ausgebaut werden, es bleibt also spannend. Das Ticket für die MRT ist allerdings billig, wir bezahlen für eine Karte 26 Baht (also knapp 0,72 Euro). Am Queen Sirikit National Convention Center steigen wir aus und beschließen, den letzten Kilometer zu Fuß zu gehen, was sich ohne offline Karte auf dem Smartphone und wenig Orientierung als kleines Abenteuer herausstellt. Tatsächlich schaffen wir es aber doch irgendwann zu unserem Apartment. Erschöpft geht es als Erstes in den Pool und dann unter die Dusche. Später am Abend geht es für uns auf der Suche nach etwas zu Essen dann wieder raus auf die Straßen. Schnell wird klar, für das Überqueren einer Kreuzung sollte man in Bangkok eine kleine Menge Zeit einplanen. Die Ampelphasen sind lang (teilweise knappe drei Minuten) und Fußgängerampeln eher Mangelware. Nach einer Weile landen wir in einem Einkaufszentrum in einem netten Restaurant, preislich okay und super lecker! Den Rest des Tages bzw. der Nacht verbringen wir mit der Buchung eines Fluges nach Phuket, wo es am nächsten Tag hingehen soll. Nach diverser Komplikationen mit Kreditkarten, Gepäckstücken und Zeiten, buchen wir letzten Endes Hin- und Rückflug mit AirAsia.


Meine Tipps für Bangkok:

Siam Square: http://www.bangkok.com/siam-ratchadamri/siam-square-review.htm *

Khlongs: http://www.bangkok.com/attraction-waterway/khlongs.htm *

Wat Arun: https://www.watarun.net *

Wat Pho: http://www.watpho.com/en/home *

AirAsia: https://www.airasia.com *


Infos zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Bangkok:

http://www.thaisabai.de/thailand-info/mrt-bangkok-metro *


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