One night in Bangkok.

Aktualisiert: 27. Okt 2019

Über eine atemberaubende Aussicht, abenteuerlichen Verkehr und gefährliche Stromleitungen.


25/02/2019

Voller Vorfreude lehne ich mich in meinen Sitz und schaue aus dem kleinen Fenster auf das rege Treiben auf dem Rollfeld des Hamburger Flughafens. Nur wenige Minuten trennen uns noch von dem Start in unser nächstes kleines Abenteuer und ich freue mich ganz wahnsinnig auf die nächsten zwei Wochen. Asien ist einer der Flecken auf meiner Landkarte, den ich noch garnicht kenne, es wird also spannend. Der erste Flug nach Dubai ist lang aber ruhig. Ich scrolle durch das Emirates Entertainment-Programm und bin mal wieder beeindruckt von der großen Auswahl an neuen Filmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit (wir haben

bereits Reiseflughöhe erreicht) schaffe ich es dann aber doch endlich, mich für einen zu entscheiden. Sehr weit komme ich aber nicht, da rollen bereits die Wagen des Bordpersonals durch die Gänge. Dankbar nehmen wir unser Essen entgegen. Es ist halb fünf nachmittags deutscher Zeit und außer einem belegten Brötchen von der Raststätte am Morgen hat mein Magen heute noch nichts gesehen. Das Essen ist gut. Ich bekomme eine vegetarische Variante, zu der eine Art Curry mit Reis und Tofu, ein Kichererbsen-Salat, Brot und ein Dessert gehören. Über den Nachtisch freue ich mich besonders, denn ich kenne ihn schon von vergangenen Emirates-Flügen und liebe den Karotten-Pudding mit Kardamom und Pistazien. Auf den ersten Blick sicherlich eine sonderbare Kombination, aber wirklich lecker! Der Tomatensaft kurze Zeit später darf bei mir auch nicht fehlen. Es ist ja schon ein Klischee, aber ich habe es mir in den letzten Jahren total angewöhnt und zu meiner eigenen kleinen Tradition im Flieger gemacht. Tatsächlich würde ich aber niemals auch nur auf die Idee kommen, mir im Alltag ein Päckchen davon zu kaufen. Nach knapp sechs Stunden erreichen wir gegen 1 Uhr nachts (Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten) den Dubai International Airport. Unser erster Zeitunterschied zu Zuhause beträgt plus drei Stunden. Nach einer kurzen Odyssee mit dem Bus über das Flughafengelände (wir haben nach einer Weile das Gefühl, wir fahren im Kreis) erreichen wir das nächste Gate und nach einem kurzen Abstecher zu Starbucks und ein paar Bewegungen auf der Stelle um die Muskeln vom langen Flug aufzulockern, steigen wir in den nächsten Flieger. Es ist schon ein wenig ermüdend, dass man nach knapp acht Stunden Reise lediglich die Hälfte hinter sich hat, aber das kann unsere Vorfreude auf Bangkok nicht mildern. Auf dem zweiten Flug versuche ich zu schlafen, was in Anbetracht kleiner Turbulenzen und der schnell aufgehenden Sonne hinter dem kleinen Fenster (in Thailand sind es noch einmal plus drei Stunden Zeitunterschied) allerdings als sehr schwierig herausstellt. Irgendwie muss ich aber irgendwann doch eingenickt sein, denn plötzlich knallt meine Stirn gegen das Flugzeugfenster und ich schrecke hoch. Anscheinend hat mich eine der Turbulenzen aus meiner Position gerissen und mir jetzt eine kleine Beule am Vorderkopf verpasst. Nach einem kurzen Frühstück erreichen wir gegen 12 Uhr Ortszeit Thailands Metropole Bangkok.


26/02/2019

Nach dem Erhalt unseres Visums und der Abholung unserer Koffer geht es für uns als Erstes zum Eintauschen unseres Geldes in Thai Baht und dann durch den Flughafen zum Airport Rail Link, einer Art Bahn, die den etwas abgelegenen Suvarnabhumi Airport mit dem Zentrum von Bangkok verbindet. Für gerade mal 45 Baht bis zur Endstation (umgerechnet also knapp etwas über einen Euro) geht es für uns samt Gepäck in Richtung Hauptstadt. Mit immer näher rückender Skyline merke ich, wie die Müdigkeit der Aufregung weicht. Durch die Fenster der Bahn sehen wir, wie die Stadt um uns herum immer größer und vor allem höher wird. An der letzten Station (Phaya Thai) steigen wir aus und schnuppern das erste Mal die thailändische Luft. Es ist sehr heiß, aber bis jetzt durchaus auszuhalten und tatsächlich weht eine leichte Brise, was super angenehm ist. Was uns als Erstes auffällt, ist die super höfliche Art der Thailänder. An der Bahnstation wird uns sogar angeboten (wohlbemerkt von einer kleineren Dame mit eher zierlicher Figur), unseren Koffer die Treppen herunterzutragen. Anderer weist uns beim Anblick unseres Gepäcks freundlich den Weg zum Fahrstuhl. Beim Ankommen an der Straße sehen wir sofort einen Taxifahrer und schlagen direkt zu. Wir sind müde und nach knapp 16 Stunden Reise haben wir wenig Lust noch in zwei andere Bahnen einzusteigen, also gönnen wir uns unsere erste Taxifahrt in Bangkok. In Anbetracht des doch sehr schmalen Kofferraums kommen mir Zweifel. Unsere drei Koffer sind groß und kurz fragen wir uns, wie er das auch nur ansatzweise mitkriegen will, aber schnell wird klar, man ist hier etwas experimentierfreudiger und schmerzbefreiter. Ohne lange zu zögern, stellt er unsere Koffer schräg in den Wagen, sodass jeweils eine Hälfte aus der Luke herausschaut, legt den dritten oben drauf und sichert das ganze dann eher lieblos mit einer kleinen Schnur und einem Karabinerhaken. Auch die Vermittlung der Adresse unseres Apartments ist schwieriger als gedacht. Ich zeige ihm die Adresse unseres Airbnbs auf meinem Handy, aber so ganz ist er nicht sicher. Also tippt er kurzerhand die Nummer unserer Unterkunft in sein Telefon ein und fragt einfach nach. Nach kurzer Zeit ist dann wohl alles klar und es geht für uns los in den thailändischen Straßenverkehr. Schnell wird klar, Verkehrsregeln wie wir sie kennen werden hier weniger groß geschrieben. Die Einteilung der Straße in Spuren ist eher als Dekoration gedacht und man hat eigentlich dauerhaft das Gefühl, beinahe in Auffahrunfälle verwickelt zu sein. Blinker sind auch eher ein Alibi, denn hier drängelt sich jeder was das Zeug hält überall rein. Es sind super viele Roller mit den verrücktesten Gepäckkonstruktionen unterwegs und man hat kurz das Gefühl, die Menschen sind auf einer Art lebensmüden Mission unterwegs. Abbiegespuren und Standstreifen werden zum Überholen genutzt. Vertrauen in den Taxifahrer und den Rest der Verkehrsteilnehmer ist hier also das A und O. Während unserer Fahrt durch die Stadt schaue ich aus der Frontscheibe und bin fasziniert von den Hochhäusern. Jedes ist auf seine Art anders und besonders. Zwischen den super modernen Bauten sehen wir vereinzelte Tempel. Nach einer Weile biegt unser Fahrer in eine Seitenstraße ein und zeigt rechts auf das Gebäude, in dem unser Apartment liegt. Die Strecke selbst war glaube ich nicht allzu lang, aber schnell merken wir, dass man im Verkehr von Bangkok definitiv mehr Zeit einplanen muss, denn es geht doch nur mühsam voran.

Angekommen in unserer Unterkunft staunen wir nicht schlecht über den Ausblick vom Balkon. Unser Apartment liegt im 11. und somit letzten Stocks eines Hochhauses und die Aussicht ist der Wahnsinn! Die Wohnung ist groß und super ausgestattet, wieder einmal ein Glücksgriff mit Airbnb. Bevor wir großartig auspacken geht es für uns allerdings in den Pool im Innenhof des Komplexes. Nach 16 Stunden Reise genieße ich das kalte Wasser auf der Haut und entspanne mich. Danach geht es mit dem Fahrstuhl wieder nach oben ins Apartment und kurze Zeit später frisch geduscht auf die Suche nach einem Supermarkt. Auf unserem Weg fallen uns sofort die sehr gewagten Stromleitungen auf, die die ganze Stadt durchziehen und in wilden Knoten-Konstruktionen und völlig frei über Straßen und an Häusern befestigt sind. Definitiv ein Moment, in dem man doch dreimal darüber nachdenkt, ob man das Treppengeländer mit den darum gewickelten Kabeln wirklich anfasst oder nicht. Tatsächlich befindet sich ein großes Einkaufszentrum nicht einmal 300 Meter entfernt. Beeindruckt von Größe und Auswahl schlendern wir durch die Gänge und lassen das Geschehen auf uns wirken. Das Angebot ist enorm und am liebsten würden wir alles probieren, bei dem wir ungefähr lesen oder erkennen können, was drin ist. Nach knapp einer Stunde haben wir dann aber doch alles im Wagen (inklusive diverser thailändischer Süßigkeiten) und reihen uns an der Kasse ein. Der Verkäufer fängt an unseren Einkauf in Plastiktüten zu verpacken. Für einen Einkauf, (der in Deutschland wahrscheinlich in eine DM-Tragetasche passen würde) bekommen wir an die 10 Tüten, jede aufgrund der Reißgefahr doppelt. Ich bin so geschockt von dieser absoluten Umweltsünde, dass es mir echt ganz wahnsinnig weht tut, aber ich weiß, dass es in diesem Land lange nicht so ein Bewusstsein für Müll gibt, wahrscheinlich sogar nahezu keins. Also schlucke ich meinen Ärger über so wenig Umweltbewusstsein runter und schnappe mir ein paar der gepackten Tüten. Kleiner Tipp am Rande: Die dünnen Plastiktüten kann man im Koffer super für Schmutzwäsche benutzen.;) Nach unserem erfolgreichen Einkauf geht es zurück in die Wohnung, wo wir uns aus violetten Süßkartoffeln, Gemüse und Co. ein Abendessen zaubern. Aufgrund unseres Schlafmangels der letzten Nacht schlafen wir nach erneuter Begeisterung über unseren Ausblick (jetzt ja bei Nacht mit tausenden funkelnden Lichtern), gegen 21 Uhr zufrieden ein.


Unsere Unterkunft:

https://www.airbnb.de/rooms/22313176?guests=1&adults=1 *

Unsere Fluggesellschaft:

https://www.emirates.com/de/german/?Standard=yes&gclid=EAIaIQobChMI2c7W577c4AIVRKaWCh0LpwBWEAAYASAAEgJoHPD_BwE&gclsrc=aw.ds *


Adresse vom Supermarkt nahe der Unterkunft:

2825 Rama IV Rd, Khwaeng Khlong Tan, Khet Khlong Toei, Krung Thep Maha Nakhon 10110


*unbezahlte Werbung

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