• Viola

Phuket calling.

Über Konferenz-taugliche Wohnzimmer, die erste Fahrt mit dem Roller und diebische Äffchen.


01/03/2019

Unsere Check-Out Zeit am nächsten Morgen beträgt 11:30, also frühstücken wir, packen unsere Koffer und verlassen dann unser geliebtes Apartment nach nur zwei Tagen auch schon wieder. Weil unser Flieger erst am Nachmittag geht, geben wir unser Gepäck an der Rezeption ab und springen zum Abschluss ein letztes Mal in den großen Pool. Gegen 13 Uhr geht es dann aber mit dem Taxi zum Don Mueang Airport (DMK), dem alten Flughafen von Bangkok, von dem viele Inlands- und Kurzstreckenflüge abgehen. Die Fahrt für die knapp 28 Kilometer dauert gut eine Stunde, denn der Verkehr fließt nur zäh. Angekommen am Terminal werde ich direkt von einem sehr lieben Thailänder an einen kleinen Automaten gewunken. Bis jetzt haben wir nichts als die Buchungsnummer in einer Mail auf meinem Handy und keine Ahnung, wie alles abläuft. Brauchen wir aber auch nicht, denn der Mitarbeiter beginnt freundlich die Nummer in den Automaten zu tippen, drückt ein paar Knöpfe und erst dann verstehe ich, dass das Ganze lediglich zum Ausdruck der Anhänge für das Gepäck dient. Er führt mich dann weiter zum nächsten Schalter, wo ich einen dünnen Bon in die Hand bekomme, der wohl meinen Boarding Pass darstellen soll. Auch die Gepäck-Aufgabe wird uns abgenommen, wir werden also rundum betreut. Weil unser Flieger eine gute halbe Stunde Verspätung hat, haben wir noch Zeit uns etwas zum Essen und in meinem Fall einen Kaffee zu besorgen, bevor es dann zum Gate geht. Im Flieger stellen wir begeistert fest, dass wir (wahrscheinlich aufgrund unserer kurzfristigen Buchung) die Reihe am Notausstieg und somit sehr viel Beinfreiheit ergattert haben. Klar, der Flug dauert nur knappe 90 Minuten, aber man nimmt ja was man kriegen kann;). Nach kurzer Zeit (gefühlt geht es nur einmal hoch und direkt wieder runter) sehe ich durch das kleine Fenster hinter dem Flügel grüne Inselgruppen im türkisfarbenen Ozean auftauchen und kann es kaum abwarten. Am Flughafen in Phuket werden wir von einem Shuttle abgeholt und einmal quer über die Insel zu unserer Unterkunft gebracht. Während der Fahrt sehen wir, wie hinter den Bergen bereits die Sonne anfängt unterzugehen.

Im Halbdunkeln kommen wir in der Royal Phuket Marina an. Wir sind doch sehr erstaunt, als wir feststellen, dass unser Airbnb Teil eines noblen Apartment-Komplexes ist, in deren Mitte sich ein Yachtclub und eben eine Marina befindet, in der sich luxuriöse Yachten und Katamarane aneinander reihen. Auch unsere Unterkunft fällt doch großzügiger aus als erwartet (tatsächlich würde ich wahrscheinlich meine gesamte Wohnung in Kiel mindestens viermal unterkriegen). Neben einer vollausgestatteten Küche, zwei großen Bade- und Schlafzimmern sind wir die nächsten Tage stolze Besitzer von einem Wohn- und Essbereich, in dem man eine ganze Konferenz abhalten könnte (am runden Esstisch und auf dem Sofa hätten locker je 8 Leute Platz!). Vom Balkon aus hat man einen Blick auf den Pool inmitten der Apartments. Insgesamt also wieder ein Treffer! Nach einem Abstecher in den Pool machen wir uns auf die Suche nach Abendessen und werden schließlich in einem Restaurant auf der Anlage fündig, das auf den ersten Blick nobler und teurer erscheint als es eigentlich ist. Wir lassen den Abend ausklingen und schlafen schließlich gegen 3 Uhr in der Nacht ein. Der Jetlag macht sich also doch ein wenig bemerkbar.;)


02/03/2019

Am nächsten Tag trudelt ein Freund meiner Freundin mit dem Roller bei uns ein, der schon eine Weile in Thailand gelebt und gearbeitet hat und zusammen mit ihm leihen wir uns in der Nähe (in einer Art Massage-Shop) einen zweiten Roller aus. Da ich noch nie auf einem Moped saß, bin ich angesichts des Verkehrs ein wenig panisch und atme tief durch. Zum Glück fahre ich nur mit und muss nicht selber ans Steuer, aber bei dem Gedanken daran wird mir trotzdem ganz anders. Ich habe aber vollstes Vertrauen in meinen Freund, hinter dem ich mich auf den Sitz des Rollers schwinge, beiße die Zähne zusammen und klammere mich an seinen Rücken. Langsam biegen wir auf die Straße und ich halte die Luft an. Aber schon nach kurzer Zeit, verfliegt die größte Angst. Ich versuche, mich statt auf den chaotischen Verkehr auf die Umgebung zu konzentrieren und fühle mich mit der Zeit immer sicherer. Unser erstes Ziel ist der Khao Toh Sae, oder auch Monkey Hill. Auf dem Berg leben Makake-Affen, die eine Attraktion für die Touristen darstellen. Die kleinen Kletterer sind alles andere als scheu und lassen sich aus direkter Nähe beobachten und fotografieren. Wem seine Dinge lieb sind, der sollte seinen Rucksack nicht stehen lassen, nicht offensichtlich in den Taschen wühlen und alles gut am Körper tragen, denn die Affen sind wahnsinnig neugierig und gefräßig und immer auf Essbares aus. Da können die Racker schonmal ein bisschen aufdringlich werden, wie uns die Erfahrung zeigt. Es macht aber trotzdem wahnsinnig Spaß, sie beim Spielen zu beobachten.

Als nächstes führt uns unser Weg über die Insel zum Big Buddha, einer riesigen Marmor-Statue im Süden der Insel, die auf einem Berg über die Insel blickt. Vor dem Gelände bekommen wir von ein paar lieben Thailänderinnen bunte Tücher um Hüfte und Schultern gebunden. Die Aussicht ist der Wahnsinn, man hat einen atemberaubenden Blick auf die Insel und den Ozean. Im Inneren der Statue werden wir Zeuge einer Art buddhistischen Zeremonie. Einige Mönche in orangenen Gewändern sitzen in Reihen und einer von ihnen spricht in ein Mikrofon. Wir verstehen natürlich nicht was er sagt, aber seine Stimme und die Kulisse sind beeindruckend und schaffen eine wahnsinnig spirituelle Atmosphäre. Überall auf dem Gelände fallen mir goldene beschriftete Herzen auf, die an Bäumen und Wänden befestigt sind. Auf ihnen stehen Wünsche, Gebete und Grüße auf allen Sprachen der Welt. Nicht nur, dass es im Gesamtbild sehr hübsch aussieht, bin ich mal wieder begeistert, wie ein Ort wie dieser so viele Nationen und Kulturen vereint.

Da es bereits später Nachmittag ist, fahren wir weiter zum Promthep Cape, dem südlichsten Punkt der Insel, von dem aus man einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang hat (die Sonne geht in Thailand schon gegen 18 Uhr unter). Der Aussichtspunkt ist bekannt und so trifft man auf eine Menge Touristen, aber ich habe trotzdem nicht das Gefühl, dass es überlaufen ist. Der Blick ist toll und der Sonnenuntergang filmreif. In der Dämmerung machen wir uns dann auf den Weg Richtung Night Market. Die Auswahl an Obst und Gemüse, frischem Fisch und Fleisch ist der Wahnsinn. Von alen Seiten prasslen die verschiedensten Gerüche auf mich ein und ich weiß garnicht , wo ich zuerst hinsehen soll. Die Leute lachen, essen und bummeln und die Stimmung ist ausgelassen. An einem Stand probiere ich ein paar

frittierte Milchreiskugeln, getoppt von Mais, Lauch oder Kürbis. Eine abgefahrene Kombination aus süß und herzhaft, aber einen Versuch wert. Nach einer Weile verschlägt es uns auf noch einen Markt, größer und touristischer dieses Mal. Hier gibt es neben dem ganzen Essen auch Klamotten und Souvenirs bis zum Umfallen. In den endlosen Gängen kann man sich wie in einem Labyrinth verlaufen, aber es macht Spaß, die bunten Andenken zu bestaunen und durch die Hallen zu schlendern. Nach einem letzten frischen Kokosnuss-Smoothie geht es schließlich für uns mit dem Roller wieder zurück zum Apartment. Erschöpft von einer solchen Fülle an Eindrücken fallen wir in unsere Betten.


Unterkunft:

Royal Phuket Marina: https://www.royalphuketmarina.com/ *

Airbnb: https://www.airbnb.de/rooms/24659734?guests=1&adults=1 *

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